
Bobath für Erwachsene in der Physiotherapie
Bobath bezeichnet eine Behandlungsmethode, die von der Krankengymnastin Berta Bobath und ihrem Mann, dem Neurologen Dr. Karel Bobath entwickelt und nach ihnen benannt wurde. Konzipiert wurde diese Behandlungsmethode ursprünglich für Säuglinge und Kleinkinder, die aufgrund einer frühen Hirnschädigung bewegungsgestört sind (z. B. Spastiker, Athetotiker). Modifiziert wird die Bobath-Methode auch in der Erwachsenentherapie angewandt und orientiert sich dabei stets an den Erkenntnissen der Neurophysiologie und der aktuellen Forschung.
Ziel der Behandlung ist es, den Patienten über Bewegungserfahrungen sensomotorisches Lernen zu ermöglichen, die Eigenaktivität aufzugreifen, zu verstärken und ggf. zu modifizieren („Selbstorganisation“) um eine Wiederaufnahme des Alltages zu gewährleisten. Im Vordergrund der Behandlung stehen dabei u. a. die Schulung von Haltungs- und Bewegungsmustern, Mobilitätsverbesserung sowie Selbsthilfetraining.
Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation in der Physiotherapie
Die PNF-Methode wurde von dem Neurophysiologen Herman Kabat und der Physiotherapeutin Margaret Knott in den USA entwickelt. Anfangs wurde dieses Konzept lediglich bei Menschen mit Poliomyelitis angewendet, aufgrund der guten Erfolge aber inzwischen auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt.
P = Propriozeptoren
Druck- und Dehnungsrezeptoren, die die Lage des Körpers ans Nervensystem weiterleiten. Diese befinden sich in Muskeln, Sehnen, Gelenkkapseln und Bindegewebe.
N = neuromuskulär
Reizverarbeitung zwischen Muskulatur und Nervensystem.
F = Fazilitation
Therapeutische Stimulation der Rezeptoren durch Druck, Dehnung, Entspannung. Dadurch werden gestörte Bewegungsabläufe normalisiert und der Körper bewusst gespürt.
Spiegeltherapie
Die Spiegeltherapie wurde 1996 von Professor Ramachdran entwickelt und zählt zu den sogenannten Imaginationstherapien.
Indem der Patient aufmerksam das Spiegelbild betrachtet und dabei Bewegungen durchführt, glaubt das Gehirn an eine "fehlerfreie" Bewegungmöglichkeit der betroffenen Seite. Dadurch werden die Gehirnareale der betroffenen Seite angesteuert und trainiert, was zu einer Reduktion von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie zu einer besseren Wahrnehmung der betroffenen Seite führt.
Das Konzept wird erfolgreich eingesetzt bei Amputationen zur Reduktion der medikamentösen Phantomschmerzbehandlung, nach Schlaganfällen um die betroffene Seite „bewusster werden zu lassen“, Bewegungen anzubahnen und funktionell zu verbessern sowie bei chronischen Schmerzzuständen der Extremitäten wie zum Beispiel bei Morbus Sudeck (komplexes regionales Schmerzsyndrom). Es ist eine sinnvolle Ergänzung zu „altbewährten“ Therapiemethoden wie dem Bobathkonzept.
Spiegeltherapie ist nachweisgestützt, das heißt die Effekte der Therapiemethode wurden durch Studien belegt.




